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09.01.2020  |  WIE ENTSTEHT WISSEN IM DIGITALEN ZEITALTER – PROF. DR. ULRIKE CRESS BEI LEIBNIZ-LEKTIONEN IN BERLIN
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Zum Jahresausklang besuchte Prof. Dr. Ulrike Cress das Kulturzentrum Urania in Berlin, um sich im Rahmen der Veranstaltungsreihe Leibniz-Lektionen einer der Fragen zu widmen, die 2019 im Zentrum der Digitalisierung stand: Wie wird Wissen in Zeiten von Wikipedia und Echokammern konstruiert?

„Vor der Digitalisierung wurde fundiertes Wissen durch Expertinnen und Experten vermittelt. Nun wird es online oft kollaborativ generiert, aber auch von subjektiven Überzeugungen der Communities beeinflusst“, hob Prof. Cress eingangs provokativ hervor. In ihrem Vortrag beschrieb die Direktorin des IWM die Konstruktion von Wissen anhand Wikipedia. Durch den hoch dynamischen Austausch und das strikte Regelwerk der Wiki-Community entstehen auf der Plattform Artikel, die hinsichtlich ihrer Qualität an die Einträge der renommierten Britannica Enzyklopädie heranreichen. Ganz neutral ist Wikipedia dadurch jedoch nicht. Wissenssysteme spiegeln die Normen ihrer Community wider und ziehen Menschen in das eigene Regelwerk hinein, so auch andere Online-Enzyklopädien  wie Metapedia und Conservapedia. Cress betonte: „Um hohe Qualität zu sichern, braucht Wissenskonstruktion Reibung, Dialog und Störalgorithmen.“


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