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Richtig Netzwerken: Wie lassen sich Kontaktempfehlungen auf Business-Netzwerken optimieren?

Projektbeschreibung

Eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt von wertvollen Informationen  und Empfehlungen ist es, die richtigen Leute in seinem Netzwerk zu  haben. Soziale Business-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn können dabei  helfen, sein Netzwerk zu pflegen. Wie andere soziale Netzwerke geben  auch Business-Netze ihren Nutzer und Nutzerinnen Kontaktempfehlungen (“Personen,  die Sie vielleicht kennen”; “Personen, denen Sie folgen möchten”). Diese  kognitiven Schnittstellen streben danach, aus der Vielzahl potentieller  Kontakte in social media Netzwerken die relevantesten Kontakte  herauszufiltern. Allerdings konzentrieren sie sich dabei momentan vor  allem auf Kriterien wie Ähnlichkeit der Interessen oder gemeinsame  Kontakte. Dieses Vorgehen ist im interpersonalen Kontext (gemeinsame  Freunde; Facebook) auch sinnvoll. Im beruflichen Kontext, v.a. bei  Wissensarbeit, wären heterogene Netzwerke und ein höherer Anteil  sogenannter weak ties (Personen, mit denen man keine starke Bindung hat)  besser geeignet, auf relevantes neues Wissen, kreative Ideen oder  Karrierechancen hinzuweisen. Bislang haben sich Informatiker und Informatikerinnen vor  allem darauf konzentriert, Algorithmen, die ähnliche Kontakte  vorschlagen, zu entwickeln. Menschen fügen gerne alte Schulkameraden zu,  sind aber deutlich zurückhaltender, wenn es darum geht,  Fremde mit  relevanter Expertise hinzuzufügen. Psychologische Forschung hat in letzter Zeit verschiedene Hemmfaktoren, die Menschen vom instrumentellen  Netzwerken abhalten, identifiziert. Es genügt also nicht, nützliche  Kontakte vorzuschlagen – die Nutzer und Nutzerinnen müssen diese Vorschläge auch  akzeptieren.


Dieses Projekt adressiert beide Probleme. In diesem Projekt arbeiten Informatik und Psychologie zusammen, um eine kognitive Schnittstelle zu entwickeln, die heterogenere Kontakte mit Zugang zu relevantem Wissen identifiziert und die Ergebnisse so präsentiert, dass die kognitiven und affektiven Hemmungen der Nutzenden reduziert werden. Dazu werden wir zunächst Fragebogenstudien und Experimente durchführen, um die wichtigsten Hemmungen zu identifizieren. Parallel werden wir einen Algorithmus entwickeln, der bessere Kontaktvorschläge macht. Im nächsten Schritt werden wir dann experimentell untersuchen, wie diese Vorschläge  am besten präsentiert werden, um die Akzeptanz zu erhöhen. Die  Ergebnisse des Projekts können helfen, Wissensarbeiter und Wissensarbeiterinnen effektiver miteinander zu vernetzen.



  1. Projektbeteiligte